{"id":692,"date":"2016-05-27T11:00:53","date_gmt":"2016-05-27T09:00:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.edelstark.com\/esmagazine\/?p=692\/"},"modified":"2026-06-19T15:45:35","modified_gmt":"2026-06-19T13:45:35","slug":"vernetzes-fahren-was-die-zukunft-bringt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.edelstark.com\/esmagazine\/vernetzes-fahren-was-die-zukunft-bringt","title":{"rendered":"Vernetzes Fahren &#8211; Was die Zukunft bringt"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column][vc_column_text] <\/p>\n<h3 class=\"H2\">Die Grundbegriffe zum Thema &#8222;Vernetztes Fahren&#8220;<\/h3>\n<p> Um einen Einstieg in das Thema &#8222;Vernetztes Fahren&#8220; zu finden, lohnt es sich zun\u00e4chst, sich mit den essentiellen Begriffen des vernetzen Fahrens auseinanderzusetzen. <b>Es wird grunds\u00e4tzlich unterschieden zwischen V2I und V2V<\/b>. V2I (auch C2I genannt) steht f\u00fcr Vehicle-to-Infrastructure. Hierbei handelt es sich um <b>Kommunikation zwischen einem Fahrzeug und der Infrastruktur<\/b>. Mit Infrastruktur sind Strassenstationen gemeint, welche sich dann beispielsweise in Ampeln oder im Asphalt befinden und globale sowie lokale Daten \u00fcber den Verkehr und den Strassenzustand aggregieren. Diese Daten k\u00f6nnen dann dazu f\u00fchren, dass die Infrastruktur Fahrzeugen in einer bestimmten Region ein gewisses Verhalten vorschl\u00e4gt oder es diesen sogar aufzwingt. Zum Beispiel kann einem Fahrzeug <b>Geschwindigkeit, Beschleunigung und die Distanz zu anderen Fahrzeugen<\/b> aufgrund von den aktuell herrschenden Verkehrsbedingungen vorgeschlagen werden. Dies hat zum Ziel, dass Schadstoffemissionen, der Kraftstoffverbrauch sowie die Geschwindigkeit des Verkehrs im Allgemeinen optimiert werden. Der zweite wichtige Begriff lautet V2V (auch C2C genannt), was f\u00fcr Vehicle-to-Vehicle steht. Dies bezieht sich auf die <b>Kommunikation von Fahrzeugen untereinander<\/b>. Theoretisch sollte dies so funktionieren: Wenn zwei oder mehr Autos oder Strassenstationen in Kommunikationsreichweite sind, richten sie ein Ad-hoc-Netzwerk (Vehicular Ad Hoc Network VANET) ein, welches das <b>Teilen von Position, Geschwindigkeit und Richtung der Fahrzeuge<\/b> erm\u00f6glicht. Jedes Fahrzeug ist ein Router, \u00fcber welchen Nachrichten auch an weiter entfernte Fahrzeuge gesendet werden k\u00f6nnen. V2V ist schwieriger umzusetzen, da die Struktur extrem dezentralisiert ist. Es muss also jedes Auto \u00fcber die entsprechende Technologie verf\u00fcgen, nicht nur die Infrastruktur der Strasse. Zudem setzt V2V die <b>Zusammenarbeit von verschiedenen Autoherstellern und Lieferanten bez\u00fcglich Kommunikationstechnologie, Protokolle usw<\/b>. voraus. Damit so ein System funktionieren kann, braucht es Sicherheitstechnologie auf lokalen wie auch auf h\u00f6heren Ebenen. Das System muss dazu f\u00e4hig sein, automatische und semiautomatische Entscheidungen zu treffen, um zumindest Warnungen wiedergeben zu k\u00f6nnen, m\u00f6glicherweise auch um die Fahrweise des Fahrzeuges direkt zu beeinflussen. Dabei m\u00fcssen Unsicherheiten, Verz\u00f6gerungen bei der Datenermittlung und nat\u00fcrlich auch die Sicherheit stets in Betracht gezogen werden.[\/vc_column_text][vc_single_image image=&#8220;1765&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; add_caption=&#8220;yes&#8220; alignment=&#8220;center&#8220;][vc_column_text] <\/p>\n<h3 class=\"H2\">Regulatorische Beschr\u00e4nkungen<\/h3>\n<p> Die Vienna Convention on Road Traffic ist ein <b>internationales Abkommen zur Erleichterung internationalen Strassenverkehrs<\/b> und zur Erh\u00f6hung der Verkehrssicherheit seit dem 21.05.1977. Bis Ende M\u00e4rz 2014 galt folgender Leitsatz: \u00abJeder Fahrer muss jederzeit dazu imstande sein, sein Fahrzeug zu kontrollieren.\u00bb Dies stand im Widerspruch zu gewissen Aspekten von V2I und V2V. Sollen diese Technologien in Notf\u00e4llen direkt in die Fahrweise von Fahrzeugen eingreifen d\u00fcrfen, m\u00fcsste dieses Abkommen angepasst werden. Gl\u00fccklicherweise geschah dies: <b>Systeme, welche die F\u00fchrung eines Fahrzeuges beeinflussen sind nun zul\u00e4ssig<\/b>, sofern sie jederzeit vom Fahrer \u00fcberstimmt oder abgeschaltet werden k\u00f6nnen. Dieser regulatorische Rahmen erm\u00f6glicht beispielsweise Abstandsregeltempomaten, welche den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug zur Geschwindigkeitsregelung miteinbezieht und ist ein wichtiger Schritt in Richtung vernetztes Fahren. Das v\u00f6llig autonome Lenken eines Fahrzeugs bedarf allerdings einer weiteren Anpassung des Abkommens. Im Moment werden nur nat\u00fcrliche Personen als Fahrer eines Fahrzeugs definiert. <b>Automatisierte Systeme mit voller Kontrolle \u00fcber ein Fahrzeug werden noch nicht mit Personen gleichgestellt<\/b>. <\/p>\n<h3 class=\"H2\">Fortschritte im Bereich des vernetzen Fahrens<\/h3>\n<p> Mit dem CAR2CAR Konsortium besteht ein wichtiges Konsortium f\u00fcr Verkehrssicherheit und Effizienzsteigerung im Verkehr. Es umfasst 80 Mitglieder, darunter <b>16 marktf\u00fchrende Autohersteller, 36 Ausstattungslieferanten und 28 Forschungsorganisationen<\/b>. Im Fokus des Konsortiums stehen V2V-Applikationen sowie das Erstellen von Standards, um die Kompatibilit\u00e4t zwischen unterschiedlichen Systemen zu gew\u00e4hrleisten, dass also alle Fahrzeuge unabh\u00e4ngig von Marke oder Land miteinander und mit der Infrastruktur kommunizieren k\u00f6nnen. <b>CAR2CAR h\u00e4lt es f\u00fcr m\u00f6glich, dass 2019 erste kooperativ kommunizierende Fahrzeuge lanciert werden k\u00f6nnen<\/b>.[\/vc_column_text][vc_single_image image=&#8220;689&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; add_caption=&#8220;yes&#8220; alignment=&#8220;center&#8220;][vc_column_text] <\/p>\n<h3 class=\"H2\">Hindernisse<\/h3>\n<p> Damit die kabellose \u00dcbertragung von Signalen von Fahrzeugen zu anderen Fahrzeugen oder zur Infrastruktur nicht andere Signale st\u00f6rt, wie zum Beispiel diejenige von Mautstellen, muss das Konsortium weitere Forschung anstellen. Zudem gibt es noch Privatsph\u00e4ren- und Sicherheitsbedenken, die in Angriff genommen werden m\u00fcssen. Das Konsortium plant Standards so zu entwickeln, dass sie sowohl in Europa als auch in den Vereinigten Staaten von Amerika gesetzeskonform sein werden. Ausserdem m\u00fcssen <b>mindestens 10-15% aller Fahrzeuge im Verkehr mit solchen Technologien ausgestattet<\/b> sein, damit sie \u00fcberhaupt sinnvoll eingesetzt werden kann. Allerdings ist die Aufr\u00fcstung von Fahrzeugen mit W-Lan-Modul, Steuerger\u00e4t, Anzeigen f\u00fcr den Fahrer usw. relativ kostspielig, vor allem im Anfangsstadium. Es gibt also trotz der grossangelegten Zusammenarbeit von marktf\u00fchrenden Kr\u00e4ften in der Automobilindustrie noch<b> regulatorische und politische H\u00fcrden<\/b>, die es vor der Markteinf\u00fchrung intelligenter Fahrzeuge zu \u00fcberwinden gilt. <\/p>\n<h3 class=\"H2\">Kritikpunkte am vernetzten Fahren<\/h3>\n<p> Die vorangehende Entwicklung in Richtung vernetztes Fahren erfreut nicht jedermann. Es gibt einige Kritikpunkte an den neuartigen Kommunikationssystemen: <\/p>\n<ul>\n<li>Es besteht die Gefahr, dass sich Nutzer dieser Technologie zu sehr darauf verlassen w\u00fcrden und dann <b>bei Absenz von Warnmeldungen unvorsichtig fahren<\/b> w\u00fcrden, obwohl beispielsweise die Strasse \u00fcberquerende Fussg\u00e4nger oder gest\u00fcrzte Fahrradfahrer m\u00f6glicherweise nicht vom Warnsystem ergriffen werden w\u00fcrden.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Verf\u00e4lschen oder <b>Manipulieren von Warnmeldungen<\/b> m\u00fcsste um jeden Preis verhindert werden. Deshalb m\u00fcssten solche Meldungen \u00fcber eine elektronische Signatur verf\u00fcgen, auf welche sie \u00fcberpr\u00fcft werden k\u00f6nnten. Hier ist auch das Sicherstellen der Anonymit\u00e4t immer ein Bedenken, da V2I und V2V auf keinen Fall der Datensammlung dienen sollte, sondern ausschliesslich der Verkehrssicherheit.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Der <b>Datenschutz ist eines der gr\u00f6ssten Fragezeichen in der V2V<\/b> und V2I. Die Menge an ermittelten personenbezogenen Daten sowie deren Weiterverwendung sollte kleinstm\u00f6glich gehalten werden. Sie sollten nur erhoben werden, wo sie zur Funktionserf\u00fcllung unabdinglich sind.<\/li>\n<\/ul>\n<h3 class=\"H2\">Vorteile des vernetzten Fahrens<\/h3>\n<p> Neben den Kritikpunkten, welche sicherlich Beachtung verdienen, bringt das vernetzte Fahren allerdings auch substantielle Vorteile zum traditionellen Verkehr, wie er heute vorherrscht: <\/p>\n<ul>\n<li>Steigerung der Verkehrseffizienz: Der Verkehr w\u00e4chst stetig an, es werden 13% mehr Personenverkehr und 38% mehr Frachtverkehr erwartet im Jahr 2030. Vernetztes Fahren kann dazu beitragen, herrschende <b>Verkehrsbedingungen ideal auszunutzen<\/b> und so Staus oder stockender Verkehr zu vermeiden. Das existierende Strassennetz kann so sehr viel effizienter genutzt werden, was den Druck auf die Expansion desselben deutlich schm\u00e4lert.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Steigerung der Verkehrssicherheit: 2014 konnten 90% der Unf\u00e4lle im Verkehr auf menschliches Versagen zur\u00fcckgef\u00fchrt werden. Hier besteht <b>enormes Potenzial durch Assistenzsysteme<\/b>, welche den Fahrer im Verkehr unterst\u00fctzen, die Sicherheit zu erh\u00f6hen. Es kann erwartet werden, dass bereits bestehende Systeme wie der Spurhalteassistent oder Notbremsevorrichtungen durch die anhaltende Forschung im Bereich des vernetzen Fahrens kontinuierlich verbessert werden, was zus\u00e4tzlich zur Verkehrssicherheit beitr\u00e4gt.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Reduktion der Schadstoffemissionen im Verkehr: Stau und stockender Verkehr kann zu erh\u00f6htem Kraftstoffverbrauch f\u00fchren und so zu erh\u00f6htem Emissionsausstoss im Vergleich zu fliessendem Verkehr. Wird durch vernetztes Fahren der Verkehrsfluss kontinuierlich verbessert, so k\u00f6nnen Beschleunigungs- und Bremsman\u00f6ver reduziert werden, was zu einer <b>Verringerung des Kraftstoffverbrauches und des Emissionsausstosses<\/b> f\u00fchrt.<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"embed-responsive embed-responsive-16by9\"> <iframe loading=\"lazy\" class=\"embed-responsive-item\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/xQOZn5L-2cQ?rel=0&amp;showinfo=0&amp;iv_load_policy=3\" width=\"300\" height=\"150\"><\/iframe> <\/div>\n<p> Aktueller Stand in Fahrerassistenz und vernetztem Fahren am Beispiel von Mercedes. <\/p>\n<h3 class=\"H2\">Fazit<\/h3>\n<p> Insgesamt kann also festgehalten werden, dass vernetztes Fahren <b>grosse Vorteile f\u00fcr den t\u00e4glichen Verkehr<\/b> mit sich bringen wird. Durch die gute Zusammenarbeit innerhalb des CAR2CAR Konsortiums sind wir zuversichtlich, dass regulatorische und politische Barrieren abgebaut werden k\u00f6nnen. So kann die Automobilindustrie von den technologischen M\u00f6glichkeiten, welche sich uns bieten, profitieren. Mit einem sicheren und datenarmen System, welches die Kommunikation zwischen Fahrzeugen und auch mit der Infrastruktur anbieter\u00fcbergreifend gew\u00e4hrleisten kann, k\u00f6nnte sich der <b>Verkehr f\u00fcr alle Beteiligten in Zukunft sehr viel angenehmer, g\u00fcnstiger und sicherer<\/b> gestalten. Wir verfolgen die Entwicklungen der n\u00e4chsten Jahre gespannt weiter und halten sie auf dem Laufenden.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das vernetzte Fahren ist die n\u00e4chste grosse Entwicklung in der Automobilindustrie. Unsere fortgeschrittene Technologie er\u00f6ffnet unz\u00e4hlige M\u00f6glichkeiten, um den Fahrspass und die Sicherheit im Verkehr in den n\u00e4chsten Jahren deutlich zu steigern. Das ES Magazine verschafft einen \u00dcberblick.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[10],"tags":[],"class_list":["post-692","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO Premium plugin v26.2 (Yoast SEO v26.2) - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Vernetztes Fahren - Was die Zukunft bringt - ES Magazine<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Vernetztes Fahren ist die n\u00e4chste grosse Entwicklung in der Automobilindustrie und er\u00f6ffnet M\u00f6glichkeiten, um Fahrspass und Sicherheit deutlich zu steigern.\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.edelstark.com\/esmagazine\/vernetzes-fahren-was-die-zukunft-bringt\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Vernetzes Fahren - Was die Zukunft bringt\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Vernetztes Fahren ist die n\u00e4chste grosse Entwicklung in der Automobilindustrie und er\u00f6ffnet M\u00f6glichkeiten, um Fahrspass und Sicherheit deutlich zu steigern.\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.edelstark.com\/esmagazine\/vernetzes-fahren-was-die-zukunft-bringt\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Edel &amp; 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